Synology – Datenspeicherung, Backup & Business Continuity
Jonas Jakob | 17. Mai 2026

Wer ist Synology?
Synology ist ein global führender Anbieter von Network Attached Storage (NAS) und Datenmanagement-Lösungen. Das 2000 in Taiwan gegründete Unternehmen hat sich mit benutzerfreundlichen, innovativen Lösungen einen Namen gemacht – insbesondere im KMU- und SOHO-Segment, aber zunehmend auch im Enterprise-Umfeld. Weltweit sind über zehn Millionen Synology-Systeme im Einsatz, die im Schnitt jeweils Dutzende bis Hunderte Terabyte an Daten verwalten. Diese enorme Verbreitung spricht für das Vertrauen in Synologys Betriebssystem DiskStation Manager (DSM), das anspruchsvolle Funktionen wie Backup, Virtualisierung, Replikation und umfassende Sicherheitsfeatures mit einer intuitiven Benutzeroberfläche vereint. Zentral für den Erfolg ist der Gedanke des „Private Cloud“-Speichers: Synology ermöglicht es Unternehmen, ihre eigene private Cloud zu betreiben, d. h. die Kontrolle über Unternehmensdaten im eigenen Haus zu behalten – mit der Flexibilität und Bedienbarkeit moderner Cloud-Dienste. [blog.synology.com]
Synology NAS-Produktserien: DiskStation & RackStation

Synologys Produktpalette gliedert sich grob in zwei Hardware-Kategorien: DiskStation (DS) und RackStation (RS). DiskStation-Modelle sind kompakte Desktop-NAS-Geräte, die z. B. in Kleinunternehmen, Büros oder im häuslichen Umfeld als zuverlässige Datenspeicher und Multifunktions-Server dienen können. Ein DiskStation-NAS bietet 2 bis 12 Laufwerkseinschübe, standardmäßig mit 3,5″-SATA-HDDs (auch 2,5″-SSD kompatibel), und ist besonders energieeffizient sowie leise – optimal für Office-Umgebungen. Für größere Anforderungen (höheres Datenvolumen oder Integration in vorhandene 19-Zoll-Server-Racks) gibt es die RackStation-Serie. Diese Rackmount-NAS (1HE bis 3HE, mit 4 bis 24 Schächten) eignen sich hervorragend für Rechenzentren oder Technikräume in Unternehmen. Modernste RackStation-Modelle wie die RS822+ bieten z. B. in einem kompakten 1-HE-Gehäuse vier Festplatteneinschübe, erweiterbar auf acht mit einer Erweiterungseinheit, flexible Netzwerkoptionen (4 × Gigabit-Ethernet, optional 10GbE/25GbE) und bis zu 32 GB ECC-RAM für hohe Datensicherheit. Sämtliche Geräte – egal ob DiskStation oder RackStation – laufen mit dem Betriebssystem DSM (aktuelle Version DSM 7.x), das einheitliche Verwaltung und gleichbleibende Funktionalitäten über alle Modelle hinweg ermöglicht. [synology.com]
Vielseitige Dateiserver & Protokolle
Eines der Markenzeichen von Synology ist die breite Unterstützung von Dateidiensten und Protokollen. Ein Synology-NAS kann problemlos als Dateiserver integriert werden und unterstützt SMB (Samba/CIFS) für Windows-Umgebungen, AFP für Mac, NFS für Linux/Unix sowie WebDAV für plattformübergreifenden Zugriff. Auch als Blockspeicher (SAN) lässt sich ein Synology-NAS einsetzen: Über iSCSI-Ziele können blockbasierte LUNs (Logical Unit Numbers) bereitgestellt werden, auf die Server analog zu lokalen Festplatten zugreifen. Damit kann ein DiskStation- oder RackStation-NAS etwa als günstiger Shared Storage für Virtualisierungsumgebungen (VMware, Hyper-V, etc.) dienen. Darüber hinaus fungiert ein Synology-NAS dank integrierter Tools wie File Station, Cloud Sync und Synology Drive als unternehmensinterne Cloud-Lösung, mit der Mitarbeiter Dateien bequem synchronisieren, teilen und aus der Ferne abrufen können – stets mit voller Datenhoheit bei der eigenen Organisation. [synology.com] [admin-magazine.com], [admin-magazine.com]
Backup & Replikation
Datensicherung und Business Continuity sind Kernfunktionen sämtlicher Synology-Systeme. Diverse integrierte Anwendungen ermöglichen es, alle Arten von Daten zu sichern und im Notfall wiederherzustellen:
- Active Backup for Business (ABB): Zentralisierte Backups von PCs, Servern, virtuellen Maschinen sowie Microsoft 365/Google Workspace – lizenzfrei, mit Features wie Globaler Deduplizierung und Changed Block Tracking zur Minimierung von Speicher- und Bandbreitenbedarf. ABB ist besonders für KMU und Abteilungen interessant, die ohne zusätzliche Software- oder SaaS-Kosten ein vollständiges Backup aller Endgeräte und Cloud-Dienste auf dem eigenen NAS durchführen möchten.
- Hyper Backup: Das klassische Backup-Tool für NAS-Daten, mit dem Daten rotationsbasiert auf verschiedene Ziele gesichert werden können (z. B. externe Festplatten, zweite Synology-NAS, öffentliche Cloud-Angebote usw.). Dient sowohl als internes Backup-Tool (z. B. Backup der NAS-Konfiguration, Freigaben) als auch für Offsite-Backups gemäß 3-2-1-Regel.
- Snapshot Replication: Sofortige Schnappschüsse (Snapshots) der Daten, die zeitpunktgenaue Wiederherstellung ermöglichen. Snapshots sind mit Btrfs – dem modernem, auf Datenintegrität optimiertem Dateisystem in DSM – sehr ressourcenschonend und lassen sich über Snapshot Replication auch auf eine zweite Synology als Replikat übertragen (z. B. stündlich). Im Katastrophenfall kann das Replikat schnell aktiviert werden, um Ausfallzeiten gering zu halten.
Verfügbarkeit & Skalierung
Synology-Systeme bieten umfassende Features für hohe Verfügbarkeit und Wachstum. Beispielsweise lassen sich viele Modelle durch Erweiterungseinheiten (Expansion Units) an zusätzliche Laufwerke koppeln – so kann ein 4-Bay-NAS etwa auf 8 oder mehr Laufwerke erweitert werden. RAID-Technologie ist selbstverständlich: Die DSM-Speicherverwaltung unterstützt verschiedene RAID-Modi bis hin zu Synology Hybrid RAID (SHR) – einer flexiblen Lösung, die Festplatten unterschiedlicher Größe effizient kombiniert. Für maximale Ausfallsicherheit bietet Synology bei ausgewählten Modellen (insb. im RackStation-Segment) redundante Stromversorgungen sowie optional Synology High Availability (SHA): Zwei identische Synology-Server werden hierbei zu einem HA-Cluster mit automatischem Failover verbunden, um ungeplante Ausfälle praktisch zu vermeiden. Die DSM-Firmware selbst wird mit einer erstaunlich intensiven Qualitätssicherung entwickelt – Synology berichtet von einer Relation QA:Entwickler = 1:4, um höchste Software-Stabilität und Zuverlässigkeit sicherzustellen. [blog.synology.com]
Security & Compliance
Datenschutz und IT-Sicherheit genießt bei Synology hohen Stellenwert. Über die DSM-Oberfläche lässt sich z. B. Vollverschlüsselung auf Datei- oder Volume-Ebene aktivieren, unterstützt durch Hardware-Verschlüsselungsbeschleunigung (AES-NI) in den Plus- und höherwertigen Modellen. Weitere Standard-Funktionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für die Anmeldung, benutzer- und ordnerbasierte Zugriffsrechte sowie Netzwerk-Firewall-Regeln (z. B. IP-Blockierung) sind in DSM integriert. Durch regelmäßige Firmware-Updates, die an über zehn Millionen Geräte weltweit ausgeliefert werden, stellt Synology sicher, dass Sicherheitslücken zügig geschlossen werden. Compliance-Themen wie DSGVO-konforme Datenspeicherung unterstützt Synology z. B. über Funktionen wie Audit-Protokollierung, detailliertes Rechtemanagement und die Möglichkeit, sensible Daten in einem privaten Datenspeicher statt in Public Clouds zu verwalten.
Integration & Cloud-Anbindung
Synology hat früh erkannt, dass lokale Speichersysteme und Cloud-Welten konvergieren. Deshalb sind Hybride Multi-Cloud-Anbindungen fester Bestandteil von DSM: Mit Cloud Sync können Anwender Daten zwischen dem NAS und öffentlichen Cloud-Diensten (AWS S3, OneDrive, Google Drive, Synology C2 etc.) synchronisieren oder sichern, z. B. als Offsite-Kopie. Für Virtualisierungsumgebungen bietet Synology offizielle Integrationen: So sind Synology-NAS als VMware vSphere und Microsoft Hyper-V zertifizierte Speicher für VM-Backups (z. B. Veeam Ready Repository), man kann Synology-Volumes per iSCSI in ESXi einbinden oder gar mit dem Synology Virtual Machine Manager (VMM) kleine Virtualisierungsumgebungen direkt auf dem NAS hosten. Verzeichnisdienste wie Active Directory werden ebenfalls unterstützt: Synology kann Teil einer Windows-Domäne werden – so lassen sich Domain-Nutzer für NAS-Berechtigungen verwenden – oder mittels LDAP Multi-OS-Umgebungen vereinheitlichen.
Typische Einsatzzwecke
Die Flexibilität von Synology-NAS eröffnet etliche Anwendungsfelder:
- Datei- & Teamserver: Als zentrale File-Sharing-Plattform im Netzwerk ersetzen DiskStation-Modelle z. B. in tausenden KMUs klassische Windows-Dateiserver, punkten dabei mit geringem Energieverbrauch, einfachem Backup und jederzeitiger Remote-Zugriffsmöglichkeit.
- Datensicherung & Archiv: Synology-Geräte sind ideal als Backup-Ziele (z. B. für Veeam-Backups, Mac® Time Machine oder blockbasiert via iSCSI) – dank hoher Speicherkapazität und erweiterbarem Speicher sowie umfangreichen Backup-Richtlinien (Inkrementelles Sichern, Versionierung, etc.). Für Langzeit-Archivierung können dank Synology Hybrid RAID und ECC-RAM auch große Datenmengen sicher vorgehalten werden.
- Spezialrollen & Edge-Storage: Synology bietet mit seinen SAN/NAS-Hybriden (z. B. Linie XS/XS+ oder UC3200 Active-Active iSCSI System) auch Hochleistungslösungen für größere Mittelständler, die primären Produktionsspeicher mit Synology realisieren möchten. Zugleich eignen sich kompakte Synology-Systeme hervorragend als Edge-Speicher an Außenstandorten (z. B. einer Filiale), der zentral verwaltet und in die Unternehmens-IT integriert ist.
Fazit
Mit Synology wählen Unternehmen eine robuste und flexible Plattform für Datenspeicherung und -sicherung, die Cloud-ähnliche Effizienz mit lokaler Kontrolle verbindet. DSM bietet ein breites Spektrum an Enterprise-Funktionen – von Dateidiensten und Virtualisierung über Backup/Recovery und Hochverfügbarkeit bis hin zu Sicherheits- und Compliance-Features. Dank kosteneffizienter Hardware, lizenzfreier Software und weiterer Cloud-Services (Synology C2) können selbst kleine und mittelständische Firmen eine umfassende Datenstrategie implementieren – ohne auf externe Rechenzentren angewiesen zu sein. In Kombination mit der benutzerfreundlichen Umsetzung setzt Synology seit Jahren Maßstäbe für moderne, zuverlässige Datenspeicherung in Unternehmen jeder Größenordnung. Mehr zu Synology / Beratung anfragen.
